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 | Über das Werk |
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"...et alta profunditas..."
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Der Text des „Prediger Salomo“, aus dem ich einige Verse ausgewählt und gezielt miteinander in Beziehung gesetzt habe, thematisiert Grundfragen des Seins und unserer Existenz in einer geradezu modern anmutenden Art und mit einem philosophischen Tiefgang, der auch einen gläubigen Menschen eher verstören als in seinem Glauben festigen dürfte.
Die darin immer wieder betonte Grenze des Erkennens angesichts der Unfassbarkeit des Seins ist wohl nicht nur resignativ und pessimistisch deutbar, sondern eröffnet für mich auch einen großen Raum zu einer musikalischen Gestaltung, deren Möglichkeiten über die Sprachgebundenheit der Philosophie hinausgeht. Ich wollte dabei auch explizit – obwohl es eine Textvertonung ist - ein Stück absolute Musik zu schaffen, mit der ich mich grundsätzlich der „Wahrheit“ näher fühle. Da mir das Lateinische klanglich flexibler schien, wählte ich den Text der „biblia sacra vulgata“. Zudem begünstigten die hier fehlenden Satzzeichen meine strukturellen Absichten.
So bildet die ausgewählte Textstelle in den Eckteilen des Werks die Grundlage für ein eher textunabhängiges strukturelles Eigenleben des Klangs, weil mit dem Satzaufbau so gespielt wird, dass die ursprüngliche Sukzession der Worte aufgehoben ist. Auch ist ein motivischer Bezug der streng geführten Linien zu den Versen eher labil oder kryptisch angelegt: „Das Eigentliche“ – der mögliche tiefere Sinn der Worte - ist im rein musikalischen Erleben spürbar, es verbirgt sich im Klanggeschehen. Dabei entstand die Idee einer musikalischen Form, die sich in einem Spannungsfeld bewegt zwischen meditativer Versenkung im Klang bei den Rahmenteilen und einem sehr rhythmischen Mittelteil, der in seiner rhethorischen Direktheit menschliche Betroffenheit widerspiegelt.
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