"Trio" für Klarinette, Viola und Klavier (1986)

Joachim Stiehr im Main-Echo, 1987

Gleich zu Beginn eine kleine Sensation

Das gespannt lauschende Publikum wurde Zeuge der Uraufführung eines im vorigen Jahr vollendeten Trios.
Was es da nämlich gab, war alles andere als etwa ein Experimentalstück mit Klangextremen um des Effektes willen, sondern ein gekonnt "durchkomponiertes" Werk, das auch dem Sonatensatz noch die gebührende Ehre erweist. Verriet der durchführungsartige Teil des einleitenden Moderato schon ein gutes Gespühr für Formabläufe, so das bisweilen ganz zart folkloristisch getönte Andante einen staunenswerten Sinn für die Klangfarben der Instrumente und deren harmonisches Wechselspiel.
Die aufmerksame Hingabe der Interpreten an ein hier erstmals durchgehend erklingendes Stück war fast zu greifen, als es an das erregte Con moto ging. Und als sie mit letztem Einsatz die Coda mit ihrer zweimaligen Temposteigerung gemeistert hatten, da wollte das ritterliche Gewölbe vor Beifall fast zerbersten. Enspannte und zufriedene Gesichter bei den Ausführenden und ein glückstrahlender, sich spontan bedankender Komponist - welch ein schöner Erfolg auch (und gerade) für dieses kleine Meisterwerk zeitgenössischer Kammermusik.